Offiziersreise 08 nach Rom

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Wer Rom kennt, weiss dass 3 Tage eigentlich viel zu kurz sind um diese Stadt zu erkunden. Wir haben es trotzdem gewagt und jede Menge unvergessliche Eindrücke gesammelt. Ich denke der eine oder andere von uns war nicht das letzte Mal in Rom. Dank der guten Organisation (Lukas Barmet) haben wir die eindrück-lichsten Wahrzeichen gesehen, wie zum Beispiel die Vatikanischen Museen, den Petersdom, die Engelsburg, die spanische Treppe, das Kolosseum, eine oder zwei Kirchen (davon gibt es ca. 400 in Rom), einen oder zwei Brunnen (von über 1'300), den Circus Maximus, Bocca della verita und, und, und - allein beim Erinnern schmerzen die Füsse, die Ferse, das Knie oder der Rücken.

Als besondere Attraktion hat Lukas einen Besuch bei der Feuerwehr des Vatikanstaats und der Schweizer-garde organisiert. Dies war dank einem Kollegen von Thomas Lang möglich, welcher momentan Dienst bei der Schweizergarde leistet.

Die Feuerwehrstation ist eher klein und hat 30 Mann (keine Frau) Besatzung, die im 2-Schicht-Betrieb vor Ort sind. Bei einem grösseren Einsatz wird die zweite Hälfte per Handy alarmiert. Sie hatten jedoch erst 3 grössere Ereignisse. Die Hauptaufgabe der Wache, welche für den ganzen Vatikanstaat zuständig ist, besteht in der Prävention. Sie machen täglich Runden durch den Vatikan und prüfen alle Warneinrichtungen, Löschgeräte, Notausgänge usw.; der häufigste Einsatzgrund sind Defekte bei den diversen Liftanlagen. Der Fahrzeugpark besteht aus 3 Einsatzwagen: einem Kombifahrzeug (TLF, Pionier), einem Abschleppfahrzeug und einem Hubretter. Das TLF ist eine Massanfertigung der Firma Rosenbauer; es ist klein und kompakt, ist aber bis auf den letzten Platz (sogar unter den Sitzen) vollgepackt mit Material. Das Abschleppfahrzeug ist das am meisten eingesetzte Fahrzeug.

Nach dieser hochinteressanten und dank den Übersetzungskünsten von Lukas und Mario einigermassen verständlichen Führung wurden wir von zwei Schweizergardisten abgeholt. Wir durften die Waffenkammer besichtigen und die zwei haben uns live aus dem Leben eines Gardisten erzählt. Es war sehr spannend und eindrücklich hinter die Kulissen schauen zu dürfen. Wenn man sich bei der Garde meldet, verpflichtet man sich für 25 Monate und die meisten schliessen diese Erfahrung dann auch ab, denn die Arbeitszeiten sind streng. Sie haben einen 3-Tage-Rhythmus: am ersten Tag haben sie den ganzen Vormittag Dienst, am zweiten gehört noch eine Nachtschicht dazu und am dritten haben sie frei. Nur frei bedeutet oft nicht frei, denn an den freien Tagen werden Pflichtprogramme wie Karate, Italienischunterricht etc. durchgeführt. Und wenn der Papst die Gardisten braucht, wie zum Beispiel am letzten Sonntag als die erste Schweizerin heilig gesprochen wurde, interessiert es niemanden, dass der Gardist XY gerade seinen freien Tag hätte. Und die meiste Zeit Ihrer Dienste stehen sie, das heisst zum Beispiel in einer Schicht von 6 Stunden dürfen sie sich gerade einmal hinsetzen. Für die offiziellen Auftritte wie z.B. der Vereidigung stehen sie in den historischen Rüstungen; vor allem der Helm ist dabei ein Problem, denn er ist erstens sehr schwer und zweitens nicht massgefertigt, das heisst jeder Gardist sucht sich den Helm heraus, welcher am wenigsten drückt und den haben sie dann stundenlagen auf dem Kopf! Wir haben dank den sehr offenen Gesprächen mit diesen beiden Schweizergardisten einen Einblick in deren private Erfahrungen in Rom erhalten. Wenn sich jemand weiter für die Geschichte, den Aufbau usw. der Schweizergarde interessiert kann unter www.schweizergarde.org alles nachsehen.

Es ist eine Herausforderung mit 20 Personen eine Weltstadt wie Rom zu bereisen! Unser Reiseführer Lukas hat diese Aufgabe mit Bravour gemeistert. Wir alle haben es alle sehr genossen.

Wohin werden uns Christof Margithola und Urs Blum in zwei Jahren hinführen?

Patrizia Lips

Bilder: Werner Höde, Urs Blum, Bruno Roll und Beat Fries; Text: Patrizia Lips